Besseringen/Saar
Ortsteil der Kreisstadt Merzig
staatl. anerkannter Erholungsort
Partnergemeinde Linsengericht/Hess.

Wappen von Besseringen/Saar

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Die Kirche "Herz-Jesu" zu Besseringen

Von welcher Seite man sich dem Ortsteil Besseringen der Kreisstadt Merzig auch nähert, immer fällt einem ein das Ortsbild beherrschende Bauwerk ins Auge: die Kirche von Besseringen. Schon von weitem - aus Richtung Merzig spätestens ab der Bahnbrücke, aus Richtung Schwemlingen durch die Saarwiesen oder aus Richtung Mettlach ab der Haardt, immer beherrscht sie mit ihrem wuchtigen, 50m hohen Turm mit der von vier kleinen Turmspitzen umgebenen Spitzhaube und dem Kreuzschiff das Ortsbild. Sie begrüßt Heimkehrende wie Besucher oder Durchreisende gleichermaßen. Ich denke, es lohnt sich daher, sich einmal etwas näher mit der Entstehung und der Geschichte dieses für die Gemeinde wichtigen Bauwerkes zu beschäftigen. Sie ist die jüngste und gleichzeitig letzte der neugotischen Kirchen der Stadt Merzig.

Die Gemeinde Besseringen gehörte seit Urzeiten wie die Gemeinden Ponten (heute ein Ortsteil von Besseringen), Schwemlingen und Dreisbach zur Pfarrei St. Gangolf in den Wiesen zwischen Besseringen-Ponten und Mettlach am Berghang zur Burg Montclair.

Bereits sehr früh - in den Jahren 1773 bis 1775 - entstanden unter Abt Kleiner von der Benediktinerabtei Mettlach erste Planungen zum Bau einer Pfarrkirche in Besseringen-Ponten. Die Pläne scheiterten allerdings am Widerstand der Schwemlinger und Dreisbacher Bürger und der Uneinigkeit der Besseringer.

Der nächste, der den Plan hatte, das Pfarrhaus nach Besseringen zu verlegen, war der St.Gangolfer-Pfarrer Christoph Schauffler im Jahre 1856. Wieder scheiterte der Plan - wie auch noch weitere Versuche im Laufe des 19. Jahrhunderts - am Widerstand der Schwemlinger!

Unter Pastor Matthias Josef Zens konnte 1897 endlich Übereinstimmung im Kirchenrat von St.Gangolf erzielt werden, so daß dem Verkauf der Mutterpfarrei an die Familie von Boch nichts mehr im Wege stand. Damit war der Weg für einen Neubau in Besseringen frei! Erst nach weiteren Schwierigkeiten mit den Pfarreimitgliedern jenseits der Saar und der Klärung finanzieller und grundrechtlicher Fragen konnte endlich am 02. Februar 1906 unter Pastor Peter Krayer die Vergabe des Kirchbaues erfolgen. Gebaut wurde nach den Plänen des Architekten Wilhelm Hector aus St.Johann; die Bauausführung hatte der Bauunternehmer Ambre aus Waldrach/Mosel. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 24. Juni 1906.

Am 01. September 1907 hält Pastor Peter Krayer den letzten Pfarrgottesdienst in St.Gangolf. Danach wird das Inventar (darunter das alte Meßgewand, liturgische Geräte, Paramente, Taufstein sowie der heute noch vorhandene Kreuzweg, Figuren des Hl. St.Gangolf und Sebastian) nach Besseringen geschafft. Zwei Glocken von St.Gangolf und die Glocken der Kapelle zu Besseringen werden umgegossen zu einer Glocke für die neue Pfarrkirche. Am 08.September 1907 wird die neue Pfarrkirche benediziert und am 18.Mai 1909 durch Weihbischof Schrod aus Trier als Pfarrkirche "Herz-Jesu" konsekriert.

Grundsteinlegung Pfarrkirche

Ansicht 2002

Foto Grundriss

Grundsteinlegung am 24. Juni 1906; ein Ereignis für die ganze Pfarrei

Neogotische Stufenhalle mit ausladendem Querhaus und Einturmfassade (2002)

Originalgrundriss der Kirche von 1905 (Bild im Pfarrheim)

"Wie die Kirchen in Beckingen und Hilbringen ist die Kirche »Herz-Jesu« in Besseringen im neugotischen Stil erbaut mit starkem, beherrschendem Turm, mit hochgewölbtem Mittel- und Querschiff, zwei angefügten Seitenschiffen und weitem Chor. Zwei großflächige Fenster des Querschiffes mit kunstvollem Rad und hohe, schmale Fenster im Chor erfüllen die weiträumige Kirche mit viel Helligkeit.
Altarraum
Die gute Akkustik des Kirchenraumes macht das Singen zur Freude. Am Weihetag mag mancher geistliche Gast neidvoll festgestellt haben: Die Besseringer singen, daß die Fenster zittern und die Wände wackeln. Auf den großen, kunstvollen Fenstern des Querschiffes war ursprünglich links der Schutzengel mit zwei Kindern dargestellt, rechts der Hl. Antonius. Das Mittelfenster im Chor zeigte Jesus mit Maria Margareta Alacoque, sein Heiliges Herz verehrend. Links davon war der reiche Fischfang zu sehen, auf der rechten Seite Jesus als Kinderfreund.
Kirche mit Sakristei 2003 Der Blick des durch das Hauptportal Eintretenden fiel sogleich auf den kunstvoll geschnitzten Flügelaltar, ein dem gotischen Stil angepaßtes Werk des Bildschnitzers Karl Frank aus Trier. Die 6 Bildgruppen auf den inneren Flügeln zeigen Szenen vom Leiden und Sterben Jesu. Der Leidensmann über dem Tabernakel führt dieses Thema weiter bis hinauf zur Kreuzigungsgruppe in der Spitze. So weisen Fenster und Altar eindeutig auf den hin, dem die Kirche geweiht ist, auf Jesus Christus, auf das Heilige Herz-Jesu, zu dessen Verehrung Pius IX. im Jahre 1856 durch die Einführung des Herz-Jesu-Festes und des Herz-Jesu-Freitags in der weiten Weltkirche aufrief. Schon 1497, als die Besseringer Kapelle eingeweiht wurde, erwählten die Besseringer, unter der Führung ihres Pastors, Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament des Altars als Titel ihrer Kirche. (Einführung des Fronleichnamsfestes 1264 durch Papst Urban IV. für die lateinische Kirche)."
Quelle: 80-Jahre Pfarrkirche Herz-Jesu Besseringen 

Die erste in der Kirche aufgestellte Orgel stammte von der Orgelbauanstalt Mamert Hock aus Saarlouis. Sie hatte 15 klingende Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Über vier Jahrzehnte erfüllte die Hock-Orgel alle Erwartungen. Die durch die Kriegswehen entstandenen, teilweise schweren Schäden an der Orgel, wurde durch eine Renovierung im Jahre 1953 beseitigt. Und wieder leistete die Orgel über 40 Jahre ihren Dienst in der Pfarrkirche, ehe am 13.November 1997 der Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel an die Orgelbaufirma Link in Giengen an der Brenz erteilte. Durch tatkräftige Mithilfe und Unterstützung durch den eigens gegründeten "Förderkreis Neue Orgel" konnte am 29.August 1999 die feierliche Orgelweihe der Link-Orgel erfolgen.

Neue Orgel Alte Orgel
Alte Orgel
Neue Orgel
Neue Orgel
Quelle: Festschrift zur Orgelweihe 1999

 

Weitere Informationen zur Kirche, Pfarrei, zum Kloster St. Gangolf, Taufen, Kommunion, Firmung, Hochzeiten, Sterbefällen, Beerdigungen, Gottesdiensten und Kirchenterminen finden Sie auf den Seiten der Pfarrgemeinde St. Gangolf-Besseringen.

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